Geschichte & Botanik

Quelle: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera

Asparagus officinalis

Spargel (Asparagus) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Die wirtschaftlich wichtigste Art dieser Gattung ist der als Kulturpflanze bekannte Gemüsespargel (Asparagus officinalis L.).

Spargel ist eine Staude, die den Winter als Wurzelstock überdauert, um im Frühjahr neu auszutreiben. Diese mit feinen schuppigen Schutzblättern versehenen Sprosse sind nichts anderes als der uns bekannte Spargel.

Kultiviert man Spargel in Hügelbeeten, so erhält man weiße Stangen. Sind diese während der Vegetation Licht ausgesetzt, so verfärben sie sich erst violett und blau (Anthocyan) und später grün. Spargel wird mit Spezialmessern direkt über dem Wurzelstock abgestochen, sobald die Hügelbeete Risse zeigen und die Spargelköpfe durch die Erde brechen. Eine Spargelpflanzung bringt nach drei bis vier Jahren die ersten vollen Erträge. Nach 6 bis 10 Jahren Nutzung ist dann eine Neuanpflanzung erforderlich. Damit die Wurzelstöcke auch im nächsten Jahr kräftig treiben, muss der Pflanze nach der Spargelsaison genügend Zeit bleiben, Assimilate zu gewinnen, die den Nährstoffvorrat bis zur nächsten Saison darstellen.

Daher kommt der Spruch: „Kirschen rot, Spargel tot“, denn zum Johannistag am 24. Juni soll die Ernte abgeschlossen sein. Somit kann man jedes Jahr spätestens ab Mitte April ca. zehn Wochen lang heimischen Spargel genießen.