Sehr geehrte Spargelliebhaber,

Dieser Ausflugsatlas und die kurze Beschreibung möchten die Radwanderer auf einem ausgeschilderten Weg durch das Spargelland zwischen Paar und Ilm führen, mit Abstechern nach Pöttmes, zum Haus im Moos und nach Steinerskirchen.
Fremde lernen dabei interessante Landschaften in den Landkreisen Neuburg/Schrobenhausen, Aichach/Friedberg und Pfaffenhofen/Ilm kennen.

Sicher ist die Spargelzeit in den Monaten Mai und Juni, Anreiz, den Weg zu befahren. Doch auch in den anderen Jahreszeiten gibt es so viel Interessantes zu entdecken, dass sich die Tour zu allen Jahreszeiten lohnt.  

Beginnen wir unsere Reise also in der Spargelstadt Schrobenhausen.

Auf der Regensburger Straße und auf dem Königslachener Weg verlassen wir die Stadt.  Hinter einer Kreuzung geht es auf den bewaldeten Mahlberg.Schadt-Hof
Dahinter liegt rechts von der Straße der Schadthof, wo 1913 der erste Spargel eingelegt wurde. Hier steht in der Spargelsaison auch ein Schild, das auf den 6 km langen Spargelwanderweg verweist. Der Alpenverein hat zusammen mit dem Schrobenhausener Verkehrsverein den Weg ausgeschildert. Auf den Schautafeln wird der Spargelanbau erklärt. Dieser Weg führt erst durch den Wald und dann nach Gröbern, einem Hauptanbaugebiet des Spargels.

Nach rechts führt uns die Straße wieder zurück zum Radweg.
Wir können beim Schadthof aber auch auf der Teerstraße geradeaus fahren, und kommen bei Laag zu einer Sanddüne, die sich rechts vom Weg erhebt.  Dieses eiszeitliche Überbleibsel ist als Naturdenkmal ausgewiesen.

Wir kommen nach Wangen, wo wir die Teerstraße bei der Kapelle nach rechts verlassen. Es geht auf einer guten Kiesstraße hinaus in die Paarwiesen.  Vor unsWangen winkt der Kirchturm des Nikolaus Kirchleins in Schenkenau.  Wir biegen bei einer alten Eiche links ab und nehmen den Weg entlang der Paar zu Füßen des Klosterbergs nach Hohenwart.
Gleich hinter dem Spitaltor biegen wir rechts ab und erreichen den gut gestalteten Marktplatz. Beim Rathaus nach links zur Paar und dahinter nach rechts führt uns der Weiterweg wieder in die Paarwiesen hinaus, bevor wir unter einer Birkenallee Freinhausen erreichen. 

Wir können aber von Hohenwart aus einen Abstecher zum "Haus im Moos" nach Kleinhohenried machen. Gut 20 km ist er lang.  Er ist ebenfalls beschildert. In Freinhausen treffen wir wieder auf den Hauptweg. Der Abstecher lohnt sich auf jeden Fall.
Wir fahren in Hohenwart auf der Kreisstraße in Richtung Freinhausen, biegen aber bald hinter der Ortstafel nach links ab und erreichen vorbei an Kaltenthal den Ort Hohenried, einen Aussichtspunkt auf der Höhe zwischen Paartal und dem Donaumoos. Hier ist es gut, wenn wir eine Landkarte dabei haben.  Heimatkunde ist angesagt. Versuchen wir doch einmal herauszufinden, wie die Orte in Nord und Süd alle heißen.
Weiter geht es bergab in das Donaumoos. Das "Haus im Moos" Umweltbildungsstätte mit einem im Entstehen begriffenen Freilichtmuseum, ist sehenswert.  Unser Weiterweg führt an einem Moosgraben entlang. Solche Gräben haben die Siedler angelegt, um vor rund 200 Jahren das Moos zu "kultivieren".  Pobenhausen, Adelshausen und ein weiterer Aussichtspunkt auf dem Adelshausener Berg sind die weiteren Stationen auf dem Weg zurück zur Hauptstrecke in Freinhausen. Vor Freinhausen lohnt sich ein Abstecher zur "Oase Steinerskirchen", einer Niederlassung der Herz Jesu Missionare.
In Freinhausen geht es in Richtung B 300 weiter. Wir biegen aber bei der Freinhausener Siedlung links ab, also geradeaus weiter, und erreichen, z.T. hoch über der Paar über Starkertshofen den Markt Reichertshofen. In Reichertshofen müssen wir nun gut auf die Beschilderung achten, um nicht vom richtigen Weg abzukommen. Auf einer Holzbrücke überqueren wir die Paar (Radfahrer absteigen) und vorbei an der Paartalhalle geht es unter der Bahnlinie München - Ingolstadt durch, wieder hinaus in die freie Landschaft. Hier gibt es zwar keinen Spargelanbau, aber trotzdem lohnt es sich, auch diese Gegend einmal kennenzulernen.  Am Westrand des Feilenforstes gibt es für Wasserfreunde auch Badegelegenheit. Wir verlassen hier den Paartal-Randwanderweg und biegen rechts ab.
Es geht über die Autobahn zum "Weißen Kreuz" an einer Straßenkreuzung mitten im Forst. Geradeaus bringt uns unser Weg nun nach Geisenfeldwinden, wo uns an der B 300 eine Tafel anzeigt, dass hier die Wiege des Hallertauer Hopfenanbaus stand. Ein Abstecher in die Stadt Geisenfeld lohnt sich, vor allem für die, die Hunger und Durst haben.

Wir können auch gleich auf der B 300 etwa 100 Meter nach rechts fahren und dann auf der Straße nach Holzleiten links abbiegen. So wie in der Gröbener Gegend bei Schrobenhausen von Spargelfeldern, sind wir hier von Hopfengärten umgeben. Beim Scheuerhof stoßen wir auf den Ilmtal-Radwanderweg.
Nach rechts führt unser Weg weiter. Auch hier wieder Hopfengärten. Doch in der Geisenfelder Gegend gibt es auch Spargelanbau. Aber die Hopfengärten geben der Flußlandschaft ein ganz anderes Bild, wie wir es z.B. vom Paartal her gewohnt sind. Ilmaufwärts führt uns der Weg über Paarleiten - Eichelberg nach Fahlenbach. Nach dem Ort geht es unter der Bahnlinie durch und auf eine Aussichtshöhe über dem Ilmtal, bevor wir nach Rohrbach hinunterradeln. Nicht das Schloß im Ort, sondern die Kirche und die Schule auf dem Berg beherrschen das Landschaftsbild.  Ein sehenswerter Ort. 

Wir aber wenden uns beim Rathaus nach rechts und erreichen über Ottersried und Gambach die Straße, die uns nach Pörnbach bringt.  Zwar ist unser Weg ziemlich bergig, aber die weiten Ausblicke über das Land an der Ilm lohnen die Aufstiege.  Im Wald geht es, im Sommer im angenehmen Schatten nach Pörnbach.  Nun hat uns das Paartal wieder.  Vom Brauereikamin in Pörnbach ertönt das Schnattern eines Storchenpaares.
Vor der Brauerei geht es nach links bergauf.  Noch einmal eine kurze Schaurast, und wir kommen zum Maushof.  Hier wenden wir uns nach rechts zur Alten B 300, auf der wir bis Oberkreut fahren.  Vor dem Ort geht es nach links mit leichter Steigung wieder bergauf.
An der Waldecke halten wir noch einmal und schauen in die Runde.  Von Westen her grüßt der mächtige Baukomplex von Klosterberg, unter dem wir auf dem Herweg entlang geradelt sind. 

Bald erreichen wir Weichenried, das wir meist von der B 300 her kennen. 

Wir umfahren es auf der anderen Seite und biegen dann nach Hardt und Lindach ab. An der Kirche in Lindach können wir Sandsteinskulpturen aus heimischenHohenwart Sandstein bewundern. Bald verlassen wir das Gebiet der Marktgemeinde Hohenwart und sind nun in Tegernbach im Gebiet der Kreisstadt Pfaffenhofen. Hier hat die Gebietsreform große Veränderungen gebracht.
Hohenwart mit seinen Eingemeindungen war früher zum Landkreis Schrobenhausen gehörig und Tegernbach einst eine selbstständige Gemeinde, gehört heute zur Stadt Pfaffenhofen, obwohl es durch eine topographische Barriere, den Schönthaler Berg, von ihr getrennt ist.

Bald hinter dem Ortseingang von Tegernbach verlassen wir den Ort in ein kurzes Seitental nach rechts.  Göbelsbach ist unser nächstes Ziel. Vor einigen Jahren wurde der Ort beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" zu einem der schönsten Dörfern Deutschlands gekürt. Schauen wir uns das schmucke Dorf an. Unser Weg führt uns aber schon am Ortseingang nach rechts bergauf, wieder auf einen Aussichtspunkt. 

Hier wird einmal mehr deutlich, wie der Klosterberg das Landschaftsbild an der Paar beherrscht.
In Seibersdorf wenden wir uns nach der Gastwirtschaft nach rechts. Leicht bergauf und wieder bergab.  Ein Wegweiser zeigt uns den Weg über Schlott und Stadel nach Koppenbach. Hier wird die Straße gerade überquert und über Wolfshof kommen wir nach Rachelsbach. Wir sind nun wieder im Landkreis Neuburg/Schrobenhausen.  Beim Maibaum geht es links nach Diepoltshofen. Am Ortsende zeigt ein Wegweiser rechts nach Ammersberg.
Eine letzte Anhöhe über dem Paartal wird erklommen, bevor wir nach Ammersberg und Niederdorf hinunterradeln. Dort fährt uns ein Hohlweg zu Pfaffenhofener Straße und weiter nach Aresing. Der Regensburger Bischof Sailer ist hier am 17.November 1751 geboren worden.
Wir überqueren die Weilach, wenden uns nach links und bei der Linkskurve nach rechts. Vorbei an einer malerisch gewachsenen Kiefer, die als Naturdenkmal ausgewiesen ist, erreichen wir Rettenbach, einem Ort, der seinen Namen von den Routen hat, einer Fischart, die früher in dem kleinen Bach lebte. Nach dem Ort biegen wir wieder links ab und kommen auf einer Gemeindeverbindungsstraße nach Peutenhausen. Wir sind nun wieder am Rande des Paartales angekommen. Allerdings nur kurz, denn wir verlassen den Ort bei der Kirche nach links, und fahren oder schieben mit dem Rad nach links bergauf, wo aus dem Wald die Wallfahrtskirche Maria Beinberg grüßt. Ein Besuch lohnt sich, denn hier gibt es für Hungernde und Dürstende auch eine leibliche Stärkung.

Im Ort wird die Hauptstraße gerade überquert und durch ein kleines Waldstück kommen wir nach Unterschönbach, das schon im Landkreis Aichach/Friedherg, einem Altbaierischen Landkreis im Regierungsbezirk Schwaben, liegt. Nach rechts geht es und über Oberschönhach erreichen wir Kühbach, das am Rande des Paartales liegt. Von der Höhe auf der gegenüberliegenden Talseite grüßt der Turm der Wallfahrtskirche St. Leonhard in Inehenhofen herüber. Interessant in Kühbach ist der Turm der St.Magnus geweihten Kirche mit seiner Laternenkuppel.

Unser nächstes Ziel ist die Kreisstadt Aichach, die wir über Unterwittelsbach erreichen. Hier steht das ehemalige Wasserschloß der Wittelsbacher.
Die Stammburg dieses Bayerischen Herrschergeschlechts stand aber in Oberwittelsbach, knapp 100 Jahre lang, bevor sie nach dem Bamberger Königsmord 1209 geschleift wurde. Diesen historischen Ort können wir erreichen, wenn wir nach Oberschönbach auf dem Weg nach Kühbach am Waldrand links abbiegen und auf einem Waldweg nach ungefähr 3 km den Turm der Burgkirche erblicken. Unser nächstes Ziel Aichach erreichen wir, wenn wir in 01)erwittelsbach weiterfahren. 

In Aichach ist heute der Sitz der Landkreisverwaltung des 1972 neu gebildeten Landkreises Aichach/Friedberg. Nachdem der Landkreis Friedberg schon 1944 dem Regierungsbezirk Schwaben zugeteilt wurde, musste der Landkreis Aichach das gleiche Schicksal bei der Gebietsreform 1972 erleiden. 

Der Stammsitz des Baierischen Herrschergeschlechts der Wittelsbacher liegt nun in Schwaben. In Aichach, einer wirklich sehenswerten Kleinstadt, wenden wir uns vor der Stadtmitte auf der Donauwörther Straße nach rechts und nach 100 Metern auf der Flurstraße noch einmal.
Unser Weg führt uns hinaus in das Paartal. Über Walchshofen und Großhausen erreichen wir den Radersdorfer Badeweiher.
An heißen Sommertagen tut eine Abkühlung gut. Aber auch eine leibliche Stärkung ist hier möglich. Am Bahnhof Radersdorf vorbei erreichen wir dann auf einem Radweg neben der Kreisstraße über Unterbernbach die Landkreisgrenze von Neuburg/Schrobenhausen und zugleich auch die Schrobenhausener Stadtgrenze.

Vorbei an Halsbach und Hörzhausen geht es dem Ende unserer Tour entgegen.
Wir können aber zwischen Aichach und Schrobenhausen noch einen Abstecher an den Rand des Donaumooses zulegen. Dazu überqueren wir in Großhausen die Bahnlinie und die Kreisstraße und kommen durch den Bannwald nach Inchenhofen. Den Turm der Wallfahrtskirche haben wir ja schon von weitem gesehen. Die Wallfahrt zum Hl.Leonhard besteht seit sieben Jahrhunderten. Es gab eine Zeit, da war sie von den Besucherzahlen her die viertgrößte Wallfahrt der Welt.

Unser Weg aber führt weiter nach Sainbach und über Ainertshofen und Ried nach Oberbachern. Das nächste Ziel ist Ingstetten und der Badeweiher in Mandlach. Hier gibt es seit einigen Jahren auch einen Jugendzeltplatz. In Handzell wenden wir uns beim Maibaum nach rechts und erreichen über die Batzmühle, Sedlbrunn, die Aumühle und Immendorf den Markt Pöttmes. Wir sind nun am westlichen Rande des Donaumooses.
Der Zwiebelbrunnen auf dem Marktplatz vor der dem Hl. Johannes geweihten Kapelle erinnert an den Zwiebelanbau, der hier einmal betrieben wurde. Auch die Pfarrkirche St. Peter und Paul sind sehenswert.
Wir verlassen den Ort in östlicher Richtung. Das nächste Ziel ist Au, wo auf einem ehemaligen Bauernhof heute in großen Hallen Champignons gezüchtet werden. 

Vorbei an Peternau und durch Eiselsried erreichen wir in Gollingkreut wieder Schrobenhausener Stadtgebiet. Vor dem Ort gibt es noch einen weiten Blick überSandizell das Donaumoos und nach Sandizell mit der Asamkirche. Eine mächtige Eiche steht hinter dem Ort. Etwa 800 Jahre ist sie alt. Stürme haben aus der Krone, deren Durchmesser 27 in betrug, große Teile herausgebrochen. 200 Meter weiter steht eine mächtige, aber nicht ganz so alte Linde.Der Gutshof in Öd gehörte einst zu den Besitzungen der Grafen von Sandizell. Wir wenden uns nach links und erreichen in Halsbach, vorbei an der Schutzengelkirche wieder die Hauptstrecke, die uns nach Schrobenhausen zurückbringt. 

Empfehlenswert ist es, die Strecke in mehrere Abschnitte zu unterteilen. Es sollte auch Zeit bleiben, die Orte an der Strecke genau zu besichtigen.  Wie vieles gibt es da zu entdecken. Schöne Dorf-, Markt- und Stadtplätze, landschaftliche Schönheiten in den Flusstälern, im Hügelland und in den Wäldern. Auf Waldwiesen und an Waldrändern können wir das Wild beobachten und entlang des Weges gibt es viele Raritäten unserer heimischen Pflanzenwelt. Wir sollten mit wirklich geöffneten Augen und Ohren die Strecke erleben. 

115 Kilometer ist die Hauptstrecke ungefähr lang. Bei dem Abstecher zum "Haus im Moos" kommen noch einmal 25 Kilometer dazu. Da ist auch schon der Besuch von Steinerskirchen dabei. Etwa 30 Kilometer ist der Abstecher nach Pöttmes mit Blick in das Donaumoos lang.
Wenn wir die Strecken gemütlich erradeln fallen uns links und rechts der Strecke immer wieder Besonderheiten auf. Wir sollten uns die Zeit nehmen und sie erkunden.

Vor allem sollten wir uns die Zeit nehmen, in Schrobenhausen das Europäische Spargelmuseum zu besuchen.

Gleich aber, ob die Strecke schnell oder geruhsam erwandert wird, der Verfasser wünscht allen gute Erholung, viele schöne Erlebnisse und vor allem eine unfallfreie Fahrt.

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