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Sehr geehrte Spargelliebhaber, Sie sind ein Freund des »Königlichen Gemüses«, wie der Spargel oft genannt wird. Wissen Sie auch wie und wo der Spargel wächst? Wollen Sie die Wiege des Schrobenhausener Spargels kennen lernen? Wir laden Sie ein zu einer Spargelwanderung. Knapp sechs Kilometer ist der Weg lang, auf dem Sie nach einem schattigen Waldspaziergang den Spargel dort erleben können, wo er wächst. Auf Tafeln neben den Spargelfeldern erhalten Sie Hinweise über den Spargelanbau. Wir fahren mit dem Auto, aus der Stadtmitte kommend Richtung Norden, vorbei an der Kartoffelstärkefabrik und an der Firma Ytong, auf den Mahlberg im Osten von Schrobenhausen. Nach Überquerung einer Kreuzung folgen wir dem Wegweiser zur Schießstätte. Die Straße führt bergauf in den Wald hinein. Etwa 300 Meter nach dem höchsten Punkt zweigt schräg nach links eine schmale Teerstraße ab. Wieder 200 Meter weiter macht sie eine scharfe Linkskurve. Hier parken wir den Wagen. Geradeaus führt ein Weg in den Wald hinein. Zuvor werfen wir aber noch einen Blick nach rechts hinaus. Das, Paartal liegt uns zu Füßen. Es ist eine noch weitgehend intakte und gesunde Kulturlandschaft auf die wir hinunterblicken. Direkt vor uns liegt der Schadthof. Der Großvater des heutigen Besitzers hat im Jahre 1912, als Geometer von Groß-Gerau kommend, den ersten Spargel im Schrobenhausener Land angepflanzt. Die Tertiärsande, fein mit Lehm durchsetzt, bilden eine ausgezeichnete Voraussetzung für den Anbau. Sie verleihen ihm auch den besonders feinen Geschmack des »Schrobenhausener Spargels«. Doch wollen wir ihn ja erwandern, den Spargelanbau. Auf einem guten Waldweg geht es also geradeaus in den Wald hinein. Mischwälder wechseln mit reinen Kiefern- und Fichtenkulturen. Genießen wir die Stille des Waldes am Mittag oder erfreuen wir uns an einem vielstimmigen Vogelkonzert am frühen Morgen. Nach knapp einem Kilometer zweigt unser Weg schräg nach rechts ab. Nach etwa 600 Metern erreichen wir freies Feld. Zwischen reiche Frucht tragenden Äckern führt unser Weg dahin. ihn mit dem Auto zu befahren wäre nicht anzuraten. Als Fußweg aber ist er gut geeignet. Vor uns liegt der Weiler Laag und von rechts drüben grüßt der Kirchturm von Waidhofen herüber. - Ein kleines Kieferngehölz rechts drüben steht auf einer Sanddüne. Während der Eiszeit haben von den Gletschern herabwehende Winde sie angehäuft. Noch einmal fährt uns der Weg an einem Kiefernwäldchen vorbei. Danach kommen wir an eine Kreuzung von Feldwegen. Wir nehmen den, der schräg nach links, rechts an einem Hopfengarten vorbeiführt. Hier gibt es nun auch schon die ersten Spargelfelder. Vor uns liegt Gröbern, ein kleiner Ort auf einer kleinen Rodungslichtung, der so versteckt liegt, dass ihn - der sonst so genaue Meister der Topographie Dr. Ebilipp Appian in seiner Landesbeschreibung einfach übersehen hat. Und das obwohl dieser Platz schon frühgeschichtlich von großer Bedeutung war. Bevor wir auf die Teerstraße von Waidhofen-Brunnen stoßen biegen wir auf eine m geteerten Feldweg nach links ab, auf eine große Fichte am Ortsrand zu. Hier in Gröbern gibt es in jedem Bauernhof Spargel zu kaufen. Bei der Kapelle wenden wir uns wieder nach links und verlassen den Ort auf einer Sandstraße. Immer wieder Spargelfelder neben dem Weg. Vor einer großen Wetterfichte steht ein Marterl, das auf den Mordfall von Hinterkaifeck verweist. In der Nacht zum 31. März 1922 wurde von einem bis heute unbekannten Mörder eine ganze Bauernfamilie und eine Magd ermordet. Wieder führt uns der Weg in den schattigen Wald hinein. Dass die Kiefer hier so häufig vorkommt liegt ebenfalls an dem sandigen Boden, auf dem sie besser wächst als andere Nadelholzarten. Bald haben wir wieder unser Auto erreicht. Eineinhalb Stunden oder mehr Wanderzeit liegen hinter uns. Wir haben den Spargel dort gesehen wo er wächst und wir sind durch eine Landschaft gewandert, die von Sünden an der Natur noch weitgehend verschont geblieben ist. Vielleicht sind Sie nun schon wieder hungrig geworden. An den Sonntagen nachmittags können Sie auf der Edelweißhütte des Alpenvereins auf dem Mahlberg Einkehr halten. Sie fahren auf der Straße zurück in Richtung Schrobenhausen. Unterhalb des Malbergs biegen Sie an der Kreuzung rechts ab nach Königslachen. Gleich hinter dem zweiten Haus rechts führt eine Sandstraße zum Wald. Steil geht es dann rechts zur Edelweißhütte hinauf, die romantisch im Wald liegt. |
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